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KI-Agenten: Warum die Industrie mehr braucht als Code-Assistenten

KI-Agenten: Warum die Industrie mehr braucht als Code-Assistenten

Foto aus dem Büro der RAUSCH Technology GmbH in Würzburg, auf dem Sven Rausch, Lisa Grummet, Daniel Wilhelm und Marja Wahl bei einer Besprechung zu sehen sind.

Überblick

Anthropics neue Studie zeigt: KI-Agenten werden autonom – aber fast nur in der Softwareentwicklung. Energiesektor und Maschinenbau bleiben außen vor. 

Agenten werden selbstständiger – in einer Nische

In unseren letzten beiden Blogbeiträgen haben wir erklärt, was agentische Sy steme sind und wie sie funktionieren. Die zentrale Botschaft: Agentische KI geht über einfache Antworten hinaus – sie plant, handelt und reflektiert eigenständig.

Jetzt liefert Anthropic mit der Studie Measuring AI Agent Autonomy in Practice“ erstmals belastbare Zahlen dazu, wie autonom KI-Agenten in der Praxis tatsächlich arbeiten. Gemessen wird die Dauer, die ein Agent ohne menschliches Eingreifen selbstständig agiert. Das Ergebnis: Der Trend zeigt klar nach oben – Agenten übernehmen immer komplexere Aufgaben über immer längere Zeiträume.

Doch ein genauer Blick offenbart eine erhebliche Schieflage: Der Großteil dieser Fortschritte findet ausschließlich in der Softwareentwicklung statt. Code schreiben, Tests ausführen, Bugs fixen – hier sind KI-Agenten bereits beeindruckend leistungsfähig. Andere Branchen, insbesondere die Industrie, profitieren davon bislang kaum.

Die Lücke: Warum Industrie und Energie zurückbleiben

Das ist kein Zufall. Die Anforderungen in industriellen Umgebungen unterscheiden sich fundamental von denen der Softwareentwicklung:

Zuverlässigkeit:

Ein fehlerhafter Code-Commit lässt sich revertieren. Eine falsche Steuerungsentscheidung in einem Fernwärmenetz oder einer Produktionsanlage kann physische Schäden verursachen und Menschenleben gefährden.

Erklärbarkeit:

Regulatorische Anforderungen – etwa im Rahmen von KRITIS (Kritische Infrastrukturen) – verlangen, dass Entscheidungen nachvollziehbar und auditierbar sind. Ein Agent, der „einfach funktioniert“ – und im Idealfall zuverlässig Output erzeugt – reicht nicht. Er muss erklären können, warum er eine Entscheidung getroffen hat. Aktuelle Forschung bestätigt das: Eine umfassende Studie zu Explainable AI for Energy Sy stems Maintenance betont, dass gerade im Energiesektor Transparenz und Nachvollziehbarkeit zentrale Voraussetzungen für den produktiven KI-Einsatz sind.

Echtzeitfähigkeit und Edge-Deployment:

Industrielle Systeme operieren häufig in Umgebungen mit eingeschränkter Konnektivität. KI-Modelle müssen direkt auf der Hardware laufen – „on the edge“ – ohne permanente Cloud-Anbindung, mit minimaler Latenz und maximaler Datensouveränität. Das U.S. Department of Energy hat in seiner KI-Strategie die Notwendigkeit robuster, erklärbarer Systeme für kritische Infrastrukturen hervorgehoben. Auch die EU-Kommission arbeitet an einer strategischen Roadmap für Digitalisierung und KI im Energiesektor, die genau diese Anforderungen adressiert.

Domänenwissen:

Energienetze, Maschinendaten und Produktionsprozesse erfordern tiefes Fachwissen, das in den Trainingsdaten großer Sprachmodelle kaum repräsentiert ist.

Was die Industrie von der Softwareentwicklung lernen kann – und was nicht

Die Softwareentwicklung profitiert von einem entscheidenden Vorteil: schnelle Feedback-Loops. Ein Agent schreibt Code, führt Tests aus, sieht das Ergebnis – und korrigiert. Dieses Muster lässt sich nicht 1:1 auf industrielle Prozesse übertragen, aber das Prinzip dahinter schon:

  1. Strukturierte Validierung: Agenten brauchen klar definierte Prüfschritte, bevor eine Entscheidung umgesetzt wird – vergleichbar mit automatisierten Tests in der Softwareentwicklung. 

  2. Graduelle Autonomie: Nicht sofort volle Autonomie, sondern schrittweise Erweiterung des Handlungsspielraums – mit menschlicher Aufsicht als Sicherheitsnetz. Genau das, was wir in unserem ersten Beitrag als „Perception-Reasoning-Action-Zyklus“ mit eingebauter Reflexion beschrieben haben..

  3. Domänenspezifische Modelle: Statt generischer LLMs braucht die Industrie spezialisierte Modelle, die mit Maschinendaten, Sensorsignalen und physikalischen Zusammenhängen trainiert wurden.

Unser Ansatz: Zuverlässige KI für Energie und Maschinenbau

Bei RAUSCH Technology arbeiten wir seit Jahren an genau dieser Schnittstelle – und das nicht nur in der Anwendung, sondern auch wissenschaftlich. Unsere Erfahrung aus Projekten im Energiesektor, etwa mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) zur KI-gestützten Optimierung von Fernwärmenetzen, und im Maschinenbau hat uns gelehrt: Industrielle KI-Agenten müssen anders gebaut werden als Code-Assistenten.

Unsere Schwerpunkte:

Erklärbare Entscheidungen: Jede Empfehlung eines Agenten ist nachvollziehbar und dokumentiert – eine Grundvoraussetzung für KRITIS-konforme Systeme.

Edge-fähige Architekturen: Wir verstehen die Anforderungen, KI-Modelle direkt auf industrieller Hardware laufen zu lassen – ohne permanente Cloud-Anbindung, mit minimaler Latenz und maximaler Datensouveränität.

Domänenexpertise: Unsere Modelle werden mit realen Industrie- und Energiedaten trainiert und validiert – nicht mit GitHub-Repositories.

Wissenschaftliche Fundierung: Wir veröffentlichen regelmäßig Forschungsergebnisse in wissenschaftlichen Journals und auf Konferenzen – etwa zu KI-gestützter Prognose von Energiesystemen oder zur Optimierung industrieller Prozesse.

Fazit

Die nächste Welle der KI-Agenten kommt aus der Industrie!

Anthropics Forschung zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise geht: Agenten werden autonomer, leistungsfähiger und vielseitiger. Aber die eigentliche Revolution steht noch bevor – nämlich dann, wenn diese Fähigkeiten in den Sektoren ankommen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten: Energie, Produktion, kritische Infrastrukturen.

Dafür braucht es keine schnelleren Modelle. Es braucht zuverlässigere, erklärbarere und domänenspezifischere Systeme. Genau daran arbeiten wir – in der Praxis und in der Forschung.

Inhaltsverzeichnis

Bild von Sven Rausch
Sven Rausch
Partner AI & Technology
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